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Kritiken zu "Hexenkuss und Zaubermus"

Grevenbroicher Tagblatt
Fast wie im richtigen Leben

zuletzt aktualisiert: 25.07.2004 - 22:06
 

Es ging um Fremdsein, um Streit und Freundschaft, und es ging ganz schön turbulent zu bei den zwei sich streitenden Hexen: In der Kindertheater-Reihe „Samstags im Park“ kam jetzt das „theaterspiel“ aus Witten nach Neuss. Im Schatten des alten Wasserturms erlebten mehr als 250 Besucher die temperamentvollen und doch so unterschiedlichen Hexen. Und das Schönste dabei, weil alles andere als selbstverständlich in diesem Sommer: Die Sonne lachte mit den Kids um die Wette. Miracula und Serpentina raufen sich zur Freude der Kinder zusammen.

„Hexenkuss und Zaubermus“ hieß die erste Veranstaltung die das Kinderbüro organisiert hatte. Die Hexe Miracula (Beate Albrecht) verkörperte die eher konservative Hexe, so wie wir sie kennen: Grünliches Gesicht, lange Nase, Flicken-Outfit. Es waren schrille Töne, die sie von sich gab. Die Kinder erlebten ein gruseliges Ritual: die Zubereitung des Zaubermus. Spinnen, Hühnchen, Ratte und Vogelpippi waren die wichtigsten Zutaten. „Lecker, lecker, lecker“, schwärmte die Hexe, die in ihrem Revier seit 175 Jahren heimisch ist.

Es war ein furioser Auftakt. Und die Hexe zeigte gar menschliche Züge: Ihr ging es um Besitzstandswahrung und darum, dass die bestehende Ordnung aufrecht erhalten blieb. Die schien ihr aber bedroht, als die Hexe Serpentina (Katja Beil) in ihr beschauliches, übersichtliches Hexen-Leben einbrach. Serpentina verkörperte die Rolle der Fremden, deren Erscheinen für Unbehagen sorgt. Sie wirkte bunter und frecher als die gute alte Mirakula, sprach in einer Phantasiesprache, die sich irgendwie osteuropäisch anhörte.

Mit enormer Spielfreude eroberte Serpentina schnell die Herzen der Zuschauer. Ihre Frage, ob sie wieder verschwinden solle, wurde mit einem hundertfachen Nein beantwortet. Diese Hexe der neuen Generation musste sich gegen Mirakula behaupten. Die Kinder erlebten jede Menge Klamauk, da stieg plötzlich Zauberrauch auf, Mirakula verwandelte ihre vermeintliche Rivalin in einen Frosch.

Zum Glück gelang es ihr mit Hilfe des Zauberlippenstiftes, Serpentina wieder herbeizuzaubern. Nicht alle Differenzen waren zum Schluss beseitigt, aber die beiden Hexen lernten doch, einander zu akzeptieren - zwei unterschiedliche Temperamente fanden zu einander, so wie es auch im wahren Leben immer wieder geschieht. Barni